
München steht auf Kies. Die Münchner Schotterebene entstand, als Schmelzwässer der eiszeitlichen Gletscher gewaltige Mengen Geröll aus den Alpen nach Norden schütteten, zuletzt in der Würm-Kaltzeit vor rund 20.000 Jahren. Darunter liegt das Molassebecken, ein mit dem Abtragungsschutt der jungen Alpen gefüllter Trog aus dem Tertiär, stellenweise mehrere Kilometer mächtig. Im Süden beginnen die Moränenzüge des Isar-Loisach-Gletschers, dort liegen auch die Findlinge, die das Eis aus den Zentralalpen hierher trug. Die Isar hat sich in diese Schotter eingeschnitten und räumt bei jedem Hochwasser frisches Material um.
Klassischen Bergbau gab es in der Münchner Ebene nie, dafür fehlen schlicht die Erze. Gegraben wurde trotzdem: Ziegeleien verarbeiteten den Lehm, Kiesgruben liefern seit dem 19. Jahrhundert das Baumaterial der wachsenden Stadt. Und an der Isar wuschen Goldwäscher über Jahrhunderte feinste Flitter aus dem Flusssand, die Tätigkeit ist historisch gut belegt. Reich wurde damit niemand.
Heute sind die Kiesbänke der Isar das eigentliche Revier. Zwischen den hellen Kalk- und Dolomitgeröllen aus den Nördlichen Kalkalpen fallen rote und grüne Radiolarite auf, verkieselte Tiefseesedimente aus dem Jura. Mit etwas Glück steckt in einem Kalkgeröll ein Ammonitenrest oder eine Koralle. Nagelfluh, das natürlich verbackene Konglomerat des Alpenvorlands, zeigt sich an Prallhängen von Isar und Würm. Wer Fossilien im Anstehenden sehen will, geht ins Museum: Die paläontologische Sammlung in der Maxvorstadt zeigt, was Alpen und Vorland hergeben. orecast verzeichnet die dokumentierten Fundpunkte der Umgebung, vom Isargeschiebe bis zum geschützten Findling.
Rechtlich ist die Lage übersichtlich. Steine von der Kiesbank aufzulesen ist in der Regel unproblematisch, solange du außerhalb von Schutzgebieten bleibst; weite Teile der Isarauen stehen unter Naturschutz. Kiesgruben sind Privatgelände und nur mit Erlaubnis zugänglich. Viele Findlinge sind als Naturdenkmale ausgewiesen, an ihnen wird weder gehämmert noch beprobt.
Bodenschätze & Rohstoffe bei München
Im Umkreis von 30 km um München führt unsere Datenbank 6 dokumentierte Bodenschatz- und Erz-Punkte. Die häufigsten Rohstoffe in der Nähe:
Dokumentierte Funde in der Nähe
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK10006.9 km
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK10008.1 km
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK10009.1 km
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK100015.6 km
- BGR BSK1000: Erdöl, ErdgasErdöl, Erdgas · Quelle: BGR BSK100020.8 km
- BGR BSK1000: Erdöl, ErdgasErdöl, Erdgas · Quelle: BGR BSK100029.6 km
Fossilien bei München
- KleineisenbachMN 7 + 8 · Quelle: PBDB25.6 km
- GiggenhausenMiocene · Quelle: PBDB25.9 km
- Kammerberg near ManebachAsselian · Manebach · Quelle: PBDB26.5 km
Historie & Archäologie bei München
- Alter Hofcastle_monument0.3 km
- Palais Preysingcastle_monument0.5 km
- Reste der Stadtmauerarchaeological0.6 km
- Isartorcastle_monument0.6 km
- Sendlinger Torcastle_monument0.6 km
- Residenzcastle_monument0.6 km
- Karlstorcastle_monument0.7 km
- Schloss Suresnescastle_monument2.8 km
- Ost-West-Friedenskirchearchaeological3.9 km
- Baudenkmal Ziegelei August Haidarchaeological5.3 km
Schatzsuche, Recht & Sicherheit
Wir untertreiben lieber, als zu viel zu versprechen: Eine vielversprechende Geologie ist keine Garantie, und erfundene Zahlen findest du hier nicht. Graben und Sammeln sind in Deutschland genehmigungspflichtig, in Schutzgebieten und an Bodendenkmälern sogar verboten.
Häufige Fragen
Darf man in München graben oder Funde sammeln?
Graben und Sammeln sind in Deutschland genehmigungspflichtig; in Schutzgebieten und an Bodendenkmälern verboten. orecast zeigt, wo geschützte/historische Stätten liegen, damit du die Rechtslage deines Bundeslands vorher klären kannst. Es ist Information, kein Freigabe-Nachweis.
Wo kann man bei München Gold finden oder waschen?
Rund um München ist Gold höchstens als Flussseife (Goldwaschen im Hobby-Maßstab) plausibel, kein dokumentiertes Vorkommen, sofern nicht auf der Karte markiert. orecast trennt klar dokumentierte Funde von nur plausibler Geologie und verspricht kein Gold.
Welche Bodenschätze gibt es bei München?
Im Umkreis von 30 km führen wir 6 dokumentierte Bodenschatz-/Erz-Punkte. Am häufigsten in der Nähe: Kies und Sand, Erdöl, Erdgas.
Gibt es Fossilien bei München?
Ja, im Umkreis von 30 km sind 3 wissenschaftliche Fossilien-Fundstellen verzeichnet (mit geologischem Alter und Formation).
Ist Graben bei München gefährlich?
Möglich: Ehemalige Kriegsgebiete können Blindgänger enthalten. Wo eine Stätte mit dem ☢️-Hinweis markiert ist, niemals graben, Lebensgefahr; im Verdachtsfall den Kampfmittelräumdienst verständigen.
Bestimmen & vergleichen:
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