
Der Grazer Schloßberg besteht aus einem Kalk, der rund 400 Millionen Jahre alt ist. Geologen fassen ihn mit den umliegenden Gesteinen zum Grazer Paläozoikum zusammen, den Resten eines tropischen Flachmeers aus dem Devon. Damals wuchsen hier Riffe mit Korallen und Stromatoporen, während der heutige Alpenraum noch gar nicht existierte. Die Mur hat sich ihren Weg mitten durch diese alte Gesteinsschwelle gesägt. Südlich und östlich der Stadt beginnt dagegen junges Land: das Steirische Becken, aufgefüllt mit Sanden und Tonen aus der Zeit vor wenigen Millionen Jahren.
Genutzt wurde dieser Untergrund immer. Der Schloßbergkalk diente als Baustein, bei Peggau brannten Kalköfen, und Steinbrüche am Rand des Murtals lieferten Schotter und Werkstein. Der Name „Grazer Schloßbergkalk" hat es sogar bis in die Fachliteratur geschafft. Bekannter ist heute, was das Wasser geschaffen hat: Die Lurgrotte zwischen Peggau und Semriach ist die größte wasserdurchflossene Höhle Österreichs, 1894 machte die dramatische Rettung eingeschlossener Forscher sie schlagartig berühmt. Bis heute arbeitet sich der Lurbach unablässig weiter durch den Kalk.
Sammler haben rund um Graz zwei Ansätze. Am Plabutsch und den Nachbarhügeln zeigt der Devonkalk auf angewitterten Flächen Querschnitte von Korallenstöcken und Brachiopoden; herausschlagen lässt sich aus dem harten Gestein kaum etwas, gute Stücke findet man eher im Hangschutt. Im Steirischen Becken lohnen dagegen Sand- und Kiesgruben, deren jungtertiäre Schichten Muscheln und Schnecken führen. orecast dokumentiert die belegten Fundstellen rund um die Stadt.
Ein paar Regeln gehören dazu. Höhlen stehen in Österreich unter Schutz, in die Lurgrotte kommt man nur mit Führung, und wilde Karsthohlräume bleiben tabu. Gruben und Steinbrüche sind Betriebsgelände oder Privatgrund, also vorher fragen. Wer sich daran hält, bekommt vor der Haustür 400 Millionen Jahre Erdgeschichte, vom Korallenriff bis zum Meeressand.
Bodenschätze & Rohstoffe bei Graz
Im Umkreis von 30 km um Graz führt unsere Datenbank 207 dokumentierte Bodenschatz- und Erz-Punkte. Die häufigsten Rohstoffe in der Nähe:
Dokumentierte Funde in der Nähe
- EggenbergBraunkohle · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen3.9 km
- Platte - Rettenbachklamm WMagnetit (Eisenerz) · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen4.9 km
- Platte bei GrazMagnetit (Eisenerz) · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen4.9 km
- Kollerberg WLimonit (Eisenerz) · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.3 km
- Rettenbach NE - RettenbachklammAlunit · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.4 km
- St. Martin - Bründl WLimonit (Eisenerz) · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.5 km
- Wenisbuch-Maria TrostBraunkohle · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.7 km
- BuchkogelLimonit (Eisenerz) · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.8 km
- Thal - Unterthal - OchsenkogelLimonit (Eisenerz) · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.8 km
- Thal bei GrazMineralpigmente · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.9 km
- Haslau - Waldhof NBraunkohle · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.9 km
- Neustift bei GrazMagnetit (Eisenerz) · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen5.9 km
- Wenisbuch ESE - Maria TrostBraunkohle · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen6 km
- StraßgangBraunkohle · Quelle: GeoSphere Austria - Mineralvorkommen6.1 km
Fossilien bei Graz
- Favosites Lamarck, 1816Favosites Lamarck, 1816 · Quelle: GBIF0.6 km
- Clay pit “Wolf"Sarmatian · Gleisdorf · Quelle: PBDB3.1 km
- Stromatopora Goldfuss, 1826Devonian · Stromatopora Goldfuss, 1826 · Quelle: GBIF4.2 km
- Eodevonaria Breger, 1906Devonian · Eodevonaria Breger, 1906 · Quelle: GBIF4.2 km
- Plabutsch, Graz areaEifelian · Plabutsch · Quelle: PBDB4.4 km
- Caliapora Schlüter, 1889Devonian · Caliapora Schlüter, 1889 · Quelle: GBIF4.6 km
- Eodevonaria Breger, 1906Devonian · Eodevonaria Breger, 1906 · Quelle: GBIF4.7 km
- Gratkorn localitySarmatian · Quelle: PBDB10.1 km
- AuloporidaeAuloporidae · Quelle: GBIF12.3 km
- Apodemus Kaup, 1829Cenozoic / Quaternary · Apodemus Kaup, 1829 · Quelle: GBIF16.2 km
Historie & Archäologie bei Graz
- Grazer Stadttorecastle_monument0.3 km
- Grazer Burgcastle_monument0.3 km
- Burgtorcastle_monument0.3 km
- Palmburgcastle_monument0.5 km
- Stallbastei und Kanonenhüttecastle_monument0.5 km
- Paulustorcastle_monument0.6 km
- Thomaskapellearchaeological0.6 km
- Thomaskapellearchaeological0.6 km
- Fernberger Basteicastle_monument0.6 km
- Meerscheinschlösslcastle_monument1.1 km
Schatzsuche, Recht & Sicherheit
Wir untertreiben lieber, als zu viel zu versprechen: Eine vielversprechende Geologie ist keine Garantie, und erfundene Zahlen findest du hier nicht. Graben und Sammeln sind in Deutschland genehmigungspflichtig, in Schutzgebieten und an Bodendenkmälern sogar verboten.
Häufige Fragen
Darf man in Graz graben oder Funde sammeln?
Graben und Sammeln sind in Deutschland genehmigungspflichtig; in Schutzgebieten und an Bodendenkmälern verboten. orecast zeigt, wo geschützte/historische Stätten liegen, damit du die Rechtslage deines Bundeslands vorher klären kannst. Es ist Information, kein Freigabe-Nachweis.
Wo kann man bei Graz Gold finden oder waschen?
Rund um Graz ist Gold höchstens als Flussseife (Goldwaschen im Hobby-Maßstab) plausibel, kein dokumentiertes Vorkommen, sofern nicht auf der Karte markiert. orecast trennt klar dokumentierte Funde von nur plausibler Geologie und verspricht kein Gold.
Welche Bodenschätze gibt es bei Graz?
Im Umkreis von 30 km führen wir 207 dokumentierte Bodenschatz-/Erz-Punkte. Am häufigsten in der Nähe: Braunkohle, Blei, Bentonit (Ton), Limonit (Eisenerz), Phosphorit.
Gibt es Fossilien bei Graz?
Ja, im Umkreis von 30 km sind 52 wissenschaftliche Fossilien-Fundstellen verzeichnet (mit geologischem Alter und Formation).
Ist Graben bei Graz gefährlich?
Möglich: Ehemalige Kriegsgebiete können Blindgänger enthalten. Wo eine Stätte mit dem ☢️-Hinweis markiert ist, niemals graben, Lebensgefahr; im Verdachtsfall den Kampfmittelräumdienst verständigen.
Bestimmen & vergleichen:
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