
Berlin steht komplett auf Eiszeit. Die Weichselkaltzeit hat vor rund 20.000 Jahren die glaziale Serie hinterlassen, aus der das Stadtgebiet bis heute besteht: die Grundmoränenplatten von Barnim und Teltow, dazwischen das Berliner Urstromtal, durch das heute die Spree fließt. Anstehendes Festgestein gibt es nicht. Dafür liegen Sande, Mergel und Geschiebe in beachtlicher Mächtigkeit übereinander.
Genau diese Geschiebe machen die Gegend für Sammler ergiebig. Die Gletscher arbeiteten wie ein Förderband aus Skandinavien und brachten Feuerstein aus der Ostseekreide mit, oft mit versteinerten Seeigeln oder Schwämmen darin, dazu nordische Granite und Porphyre, deren Herkunft sich bis nach Schweden oder Finnland zurückverfolgen lässt. Jede Kiesgrube und jeder frisch aufgeschüttete Sandhaufen kann solche Stücke enthalten. Wer große Brocken sehen will, findet in vielen Parks Findlinge, die beim Bauen geborgen und als Naturdenkmale aufgestellt wurden. Die Geschiebekunde selbst hat in Berlin Tradition, sie reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück.
Der wichtigste Aufschluss der Region liegt knapp hinter der Stadtgrenze. In Rüdersdorf bauen Menschen seit dem 13. Jahrhundert Muschelkalk ab, früher für Berliner Kirchen und Schlösser, heute für ein Zementwerk. Ein Salzkissen hat den Trias-Kalk dort nach oben gedrückt, deshalb ist der Tagebau der einzige Ort Norddeutschlands, an dem solches Festgestein großflächig zutage tritt. Der angrenzende Museumspark bietet Führungen und begleitete Fossiliensuchen an, mit etwas Glück findet sich ein Ceratit, der typische Kopffüßer des Muschelkalks.
Bleibt das Kleingedruckte: Aktive Tagebaue und Baustellen betritt man nur mit Genehmigung, bei Grabungen im Stadtgebiet sind Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg ein reales Risiko, und in Berlin wie in Brandenburg gilt das Schatzregal, bedeutende Funde gehören dem Land. orecast listet die dokumentierten Fundstellen und Aufschlüsse im Umkreis von 30 Kilometern auf, vom Findling bis zum Muschelkalk. Für eine Stadt ohne Berge ist das erstaunlich viel.
Bodenschätze & Rohstoffe bei Berlin
Im Umkreis von 30 km um Berlin führt unsere Datenbank 9 dokumentierte Bodenschatz- und Erz-Punkte. Die häufigsten Rohstoffe in der Nähe:
Dokumentierte Funde in der Nähe
- BGR BSK1000: BraunkohleBraunkohle · Quelle: BGR BSK10000 km
- BGR BSK1000: BraunkohleBraunkohle · Quelle: BGR BSK100010.2 km
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK100018 km
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK100020 km
- BGR BSK1000: BraunkohleBraunkohle · Quelle: BGR BSK100023.2 km
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK100024.4 km
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK100027.5 km
- BGR BSK1000: BraunkohleBraunkohle · Quelle: BGR BSK100027.6 km
- BGR BSK1000: Kies und SandKies und Sand · Quelle: BGR BSK100028.2 km
Fossilien bei Berlin
- WafsmannsdorfDanian · Hückelhoven · Quelle: PBDB0.5 km
- Echinoderms, Callovian, eratic blocks, NE GermanyCallovian · Quelle: PBDB5.5 km
- Echinodermata, Muschelkalk, Rüdersdorf, BrandenburgAnisian · Muschelkalk · Quelle: PBDB26 km
- Rüdersdorf, near Berlin: Orbicularis bedsIllyrian · Karlstadt · Quelle: PBDB26.4 km
- Rüdersdorf, near Berlin (Buntsandstein)Anisian · Röt · Quelle: PBDB26.4 km
- Rüdersdorf, near Berlin (Schaumkalk)Anisian · Jena · Quelle: PBDB26.4 km
- Rüdersdorf, near BerlinAnisian · Muschelkalk · Quelle: PBDB26.4 km
- Rüdersdorf, near BerlinLadinian · Muschelkalk · Quelle: PBDB26.4 km
- Ostracodes of Beyrichienkalk, association BPridoli · Quelle: PBDB26.6 km
- Ostracodes of Beyrichienkalk, association CPridoli · Quelle: PBDB26.6 km
Historie & Archäologie bei Berlin
- Russische Besetzung Berlinsbattlefield0.3 km
- Ehemalige Denkmalskirchearchaeological0.3 km
- Ausgrabungen am Molkenmarktarchaeological0.5 km
- Palais Schwerincastle_monument0.5 km
- Ruine der Franziskaner-Klosterkirchearchaeological0.5 km
- Ephraim-Palaiscastle_monument0.5 km
- Berliner Husarenstreichbattlefield0.6 km
- Palais Podewilscastle_monument0.6 km
- Kronprinzenpalaiscastle_monument0.6 km
- Prinzessinnenpalaiscastle_monument0.7 km
Schatzsuche, Recht & Sicherheit
Wir untertreiben lieber, als zu viel zu versprechen: Eine vielversprechende Geologie ist keine Garantie, und erfundene Zahlen findest du hier nicht. Graben und Sammeln sind in Deutschland genehmigungspflichtig, in Schutzgebieten und an Bodendenkmälern sogar verboten.
Häufige Fragen
Darf man in Berlin graben oder Funde sammeln?
Graben und Sammeln sind in Deutschland genehmigungspflichtig; in Schutzgebieten und an Bodendenkmälern verboten. orecast zeigt, wo geschützte/historische Stätten liegen, damit du die Rechtslage deines Bundeslands vorher klären kannst. Es ist Information, kein Freigabe-Nachweis.
Wo kann man bei Berlin Gold finden oder waschen?
Rund um Berlin ist Gold höchstens als Flussseife (Goldwaschen im Hobby-Maßstab) plausibel, kein dokumentiertes Vorkommen, sofern nicht auf der Karte markiert. orecast trennt klar dokumentierte Funde von nur plausibler Geologie und verspricht kein Gold.
Welche Bodenschätze gibt es bei Berlin?
Im Umkreis von 30 km führen wir 9 dokumentierte Bodenschatz-/Erz-Punkte. Am häufigsten in der Nähe: Kies und Sand, Braunkohle.
Gibt es Fossilien bei Berlin?
Ja, im Umkreis von 30 km sind 14 wissenschaftliche Fossilien-Fundstellen verzeichnet (mit geologischem Alter und Formation).
Ist Graben bei Berlin gefährlich?
Möglich: Ehemalige Kriegsgebiete können Blindgänger enthalten. Wo eine Stätte mit dem ☢️-Hinweis markiert ist, niemals graben, Lebensgefahr; im Verdachtsfall den Kampfmittelräumdienst verständigen.
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