Die orecast-App ist da, für iPhone und für Android. Nach mehreren Runden über Apples TestFlight, zwei Prüfungen durch Apples Review-Team und einer geschlossenen Testphase bei Google steht Version 1.0 seit dieser Woche in beiden Stores. Wer bisher am Rechner nachgesehen hat, was unter einem Ort liegt, hat die Karte jetzt dort dabei, wo sie hingehört: draußen im Gelände.



Die Grundlage ist dieselbe wie im Web: offene, amtliche Geodaten und wissenschaftliche Datenbanken für ganz Europa. Auf der Karte liegen mehr als 63.000 Höhlen, Karst-Stellen und historische Bergbau-Punkte, dazu belegte Fossilfundstellen, dokumentierte Rohstoffvorkommen und die geologischen Einheiten darunter. Du tippst auf einen Punkt und bekommst einen Steckbrief der Umgebung, mit den Quellen dahinter.
An unserer Linie ändert der kleinere Bildschirm nichts. Wir trennen weiter sauber, was tatsächlich dokumentiert ist, von dem, was die Geologie nur plausibel macht. Erfundene Prozente gibt es auch in der App nicht. Wo die Datenlage dünn ist, steht das im Steckbrief, statt dass wir sie hübsch rechnen.
Ein paar Dinge kann die App, die im Browser fehlen. Fundstellen und Orte sicherst du als Favoriten, und die App merkt sich, was du zuletzt angesehen hast. Über die Ortssuche springst du direkt an eine Stelle, statt über die Karte zu scrollen, und einen interessanten Punkt teilst du mit zwei Fingertipps. Die Dinosaurier-Ebene deckt inzwischen 36 Fundstellen in zwölf europäischen Ländern ab, und zu jedem Rohstoff im Steckbrief gehört ein Bild des Erzes oder Minerals, damit klarer wird, wonach du eigentlich schaust.
Für längere Touren gibt es zwei Pro-Funktionen. Du exportierst Fundstellen als GPX-Datei und lädst sie in dein Navi oder deine Wander-App. Und du speicherst ganze Gebiete offline, damit die Karte auch dort funktioniert, wo das Netz wegbricht. Genau da draußen, tief im Wald oder oben im Gebirge, hilft das am meisten. Ebenfalls zu Pro gehört die kurze KI-Einschätzung, die zusammenfasst, was an einem Ort realistisch zu erwarten ist.
Eine Sache bleibt wichtig, in der App wie im echten Gelände. Vieles, was auf der Karte reizvoll aussieht, steht unter Schutz, liegt auf Privatgrund oder braucht eine Genehmigung. In vielen Bundesländern gilt außerdem das Schatzregal, Funde von archäologischem Rang gehören dann dem Land und sind meldepflichtig. Alte Stollen und Schächte sind lebensgefährlich, weshalb wir sie rot markieren. Die App zeigt, wo etwas dokumentiert ist. Ein Freibrief zum Graben ist sie nicht.
Ein Unterschied bleibt zwischen den beiden Fassungen, und zwar vorübergehend zugunsten von Android. Die Play-Version bringt zwei Ebenen mit, die auf dem iPhone noch fehlen: 37 Goldwaschflüsse quer durch Europa und 15 dokumentierte Bernsteinreviere. Der Grund ist banal, das iPhone-Paket ging ein paar Tage früher zur Prüfung. Beides kommt per Update nach, der Build dafür ist in Arbeit.
